Compassion

Der Sinn und der Aufbau von Compassion

Compassion ist ein soziales Projekt aller 7. Klassen, bei dem es darum geht, den SchülerInnen soziale Werte wie Hilfsbereitschaft und Engagement, aber auch ein kritisches Denken in Bezug auf die Gesellschaft mit auf den Weg zu geben. Im folgenden Artikel gehe ich näher auf den Sinn und den Ablauf dieses Projekts ein, während ich im zweiten Teil über den heurigen Compassion-Präsentationsabend am Paulinum berichte.

Compassion ist ein sehr umfangreiches, soziales Projekt, das sich über das ganze erste Semester der 7. Klasse erstreckt. Im Unterricht werden bewusst sozial brisante Themen angesprochen. Somit wird in den einzelnen Fächern gleichzeitig ein kritisches Denken in Bezug auf die Gesellschaft gefördert. Als ich in der 7. Klasse war und an Compassion teilnahm, behandelten wir die Themen Eugenik, Pränataldiagnostik, The Montgomery Bus Boycott, Mitleid, Aufstieg und moralischer Niedergang Roms sowie die Rede Ciceros gegen Catilina, Armut in Österreich, das soziale Netz in Österreich, der 30-jährige Krieg, Aufklärung, Terrorismus, das Milgram-Experiment, Gruppenhierarchie und Gruppenprozesse im Unterricht. Wie man hier erkennen kann, zeigen sich sozial relevante Themen also überall. Aber weil es in Compassion nicht nur darum gehen soll, sozial bedeutsame Themen anzusprechen, sondern auch soziale Werte und Fähigkeiten wie Teamfähigkeit und Kooperation zu vermitteln, arbeiten die SchülerInnen nach der Vorbereitungsphase im Unterricht mit den unterschiedlichen Feldern in verschiedenen sozialen Einrichtungen wie Behinderteneinrichtungen, Seniorenheime, etc.., für die sie sich vorher bewerben müssen. Während dieser Praxis-Zeit über neun Tage hinweg steht ihnen jeweils ein Betreuungsprofessor zur Verfügung, dem sie auch regelmäßig von ihren Erfahrungen berichten und bei dem sie Hilfe und Unterstützung finden. Ich erinnere mich noch gut an meine Zeit im Sozialen Zentrum St. Josef in Mils, einer Einrichtung für Menschen mit Behinderung, in der ca. 150 MitarbeiterInnen gemeinsam mit den Barmherzigen Schwestern für eine gute Betreuung aller Wohninsassen sorgen. Ich habe damals sehr viel gelernt und erfahren, wie viel Unterstützung Menschen mit Behinderung benötigen und wie wichtig es dabei auch ist, das Handicap und den Umgang damit als Normalität zu betrachten. Mit fortschreitendem Praktikum konnte ich immer mehr meine Hemmschwellen überwinden und habe am Ende sehr viel Liebe und Herzlichkeit von den Bewohnern und den MitarbeiterInnen erfahren. Daher ist mir auch der Abschied sehr schwer gefallen. Nach dem Praktikum werden als krönenden Abschluss des Projekts die einzelnen Einrichtungen und Tätigkeiten, die die SchülerInnen dort übernommen haben, an einem eigenen Abend präsentiert. Zu dieser Veranstaltung sind nicht nur Eltern, sondern auch BetreuerInnen der jeweiligen Einrichtung eingeladen. So findet Compassion ein repräsentatives und zumeist eindrucksvolles Ende.

Nach Absolvierung meines Praktikums habe ich den Kontakt aufrecht erhalten und die Bewohner und die MitarbeiterInnen in Mils besucht. Compassion war für mich mehr als nur ein Projekt. Ich verbinde viele schöne Erinnerungen damit und geblieben ist für mich vor allem die Sensibilisierung für Menschen, die nicht immer auf der Sonnenseite des Lebens stehen.

Autorin: Larissa Hagspiel (MJ 2013)